Der Kanal von Korinth
 

Der Kanal von Korinth

Die Geschichte des Kanals
Die erste Idee eines Kanals am Isthmus von Korinth ist mittlerweile schon rund 2600 Jahre alt. Als erster kam Periander, seinerzeit Tyrann von Korinth, auf die Idee, die Peloponnes nicht mehr zu umfahren, sondern am Isthmus eine Verbindung vom saronischen zum Golf von Korinth zu schaffen. Er wagte aber nicht den Versuch eines Kanalbaus, sondern nutzte einen Diolkos, einen Schiffskarrenweg, über den die Schiffe dann getragen oder mit Karren gezogen wurden.
Zur Zeit der römischen Besatzung wurde die Idee wieder aufgegriffen, da das römische Reich sehr groß war und die Umschiffung der Peloponnes nicht ungefährlich war. Insgesamt überlegten vier römische Kaiser, einen Kanal zu bauen. Caesar und Hadrian verwarfen den Plan schnell wieder, Caligula entsandte einige Ingenieure, die aber herausfanden, dass der Wasserspiegel des Korinthischen Golfes um einiges höher sei als der des Saronischen Golfes, was im Falle einen Kanalbaus sicherlich zu Überschwemmungen geführt hätte. Also zog man die Ingenieure wieder ab und ließ das Projekt fallen. Unter dem legendären Kaiser Nero begann man sogar mit den Bauarbeiten. Bis zu seinem Tod waren 6000 Sklaven mit den Arbeiten beschäftigt, Neros Nachfolgern erschien das Projekt zu waghalsig und teuer, sodass sie den Bau stoppten.
Als die Venezianer auf dem Höhepunkt ihrer Macht waren, kamen sie wieder auf die Idee, den Isthmus zu durchstechen, um ihren Einfluss auch im griechischen Raum zu vergrößern. Allerdings resignierte man schell aufgrund der Felsmassen, die unüberwindbar schienen. Der heutige Kanal hat seinen Ursprung in Panama: Der ungarische General Türr investierte das Geld, welches er mit der Idee des Panamakanals verdient hatte, in den Bau des Korinthkanals. Er schloss einen Konzessionsvertrag über 99 Jahre ab, der nur in Kraft getreten wäre, wenn der Kanal bis 1887 fertig geworden wäre. Da das eigens für den Kanalbau gegründete Konsortium aber zahlungsunfähig wurde, konnte der Kanal nicht rechtzeitig fertig gestellt werden. Eine Gruppe griechischer Patrioten gründete eine Auffanggesellschaft, die den Bau vervollständigte.

Daten und Fakten
Der von 1881 bis 1893 angelegte Kanal ist genau 6345 Meter lang, das sind ca. 3,2 Seemeilen. An der tiefsten Stelle ist der Kanal acht Meter tief, erlaubt ist aber nur die Durchfahrt von Schiffen mit sieben Metern Tiefgang. An der Wasseroberfläche beträgt die Breite 25 Meter, am Grund dagegen nur noch ca. 21 Meter, der Kanal hat also den Querschnitt eines auf den Kopf gestellten Trapezes. Die Felswände an beiden Kanalseiten ragen bis zu 84 Meter in die Höhe.
An beiden Enden des Kanals befinden sich Brücken, die auf dem Boden des Kanals versenkt werden können. Damit ein Schiff den Kanal passieren kann, müssen die Brücken zum Kanalboden gesenkt werden.

Der Kanal heute
Heutzutage hat der Kanal seine Bedeutung für die Schifffahrt verloren, da er für die modernen Frachtschiffe zu klein ist und die Kurse der Schiffe heute auf dem offenen Meer verlaufen, daher ist die Umfahrung der Peloponnes nicht mehr so gefährlich ist wie vor 100 Jahren.
Dennoch wird der Kanal von etwa 11000 Schiffen jährlich durchfahren, hauptsächlich von Yachten und Kreuzfahrtschiffen. Der niedrigste Preis für eine Durchfahrt beträgt 30€ für Schiffe bis zu einer Länge von sieben Metern. Wenn das Schiffe 7-9 Meter lang ist bezahlt man 42€ und ist das Schiff länger als 9 Meter, wird der Preis nach folgender Formel berechnet: 30€ + (Gesamtlänge - 9) x 15€.

Quellen
http://www.nonvaleurs.de/html/kanal_von_korinth.html
http://www.argolis.de/KorinthKanal.htm
http://www.sailgreece.de/Kanal_von_Korinth.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Kanal_von_Korinth
Meyers Grosses Taschenlexikon

Ein Referat von Maximilian Menk, Jahrgangsstufe 12,
anläßlich der Hellas-Fahrt 2007.


 



 

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